Magistrale für Europa: Augsburg-Ulm nimmt Fahrt auf
Eine neue Trasse soll neben der Autobahn 8 (München- Stuttgart) gebaut werden. Die rund 170 Jahre alte, etwa 85 Kilometer lange Bestandsstrecke soll weiterhin für Regionalbahnen genutzt und im kommenden Jahrzehnt dafür gesondert modernisiert werden.
„Für uns war immer klar: Halbherzige Lösungen beseitigen die Engpässe nicht dauerhaft“, erklärt Mark Pätzold, Kreisvorsitzender der FDP Augsburg. „Deshalb haben wir uns konsequent für eine leistungsfähige Neu- und Ausbaustrecke eingesetzt, die Fern-, Güter- und Regionalverkehr sauber voneinander trennt. Nur diese Entflechtung schafft die Kapazitäten, die unsere Region in den kommenden Jahrzehnten braucht.“
Die FDP sieht insbesondere die geplante Fahrzeit von 26 Minuten (bislang: 40 Minuten) zwischen Augsburg und Ulm als entscheidend für den Deutschland-Takt und eine erfolgreiche Mobilitätswende. Dafür müsse die Strecke konsequent auf Hochgeschwindigkeit ausgelegt werden.
„Wer die Bahn zu einer echten Alternative zum Flugverkehr machen will, darf nicht klein denken“, erklärt Pätzold weiter. „Die neue Strecke muss für den Hochgeschwindigkeitsverkehr leistungsfähig genug sein, damit Augsburg noch stärker ins Zentrum Europas rückt. Gleichzeitig profitieren Günzburg, der mögliche Regionalhalt Zusmarshausen und der gesamte Nahverkehr in Schwaben von zusätzlichen Kapazitäten auf der Bestandsstrecke. Jetzt braucht es Tempo bei Finanzierung, Planung und Bau – dieses Projekt darf nicht auf dem Abstellgleis landen.“
In der Vergangenheit priorisierten CSU-Kommunalpolitiker aus der Region wiederholt lokale Bedenken wie Flächenverbrauch, Umweltschutz und Lärmbelastung gegenüber dem überregionalen Infrastrukturprojekt. Die FDP Augsburg nimmt diese Bedenken ernst, doch betont: „Es darf nicht zu neuen Verzögerungen kommen: Die Schnellbahntrasse ist zu wichtig für die Wirtschaft in Schwaben und für die Zukunftsfähigkeit unserer Region.“